Portraits der hessischen Weinanbaugebiete

Die Hessische Bergstraße

„Deutschlands Frühlingsgarten“ wird dieser herrliche Flecken Erde von vielen genannt. Die Rede ist von der Bergstraße: Während andernorts die Knospen noch fest geschlossen sind, öffnen dort bereits Mandel-, Pfirsich-, Aprikosen- und Kirschbäume oder Forsythien ihre Blütenpracht.

Bereits vor 2000 Jahren entdeckten die Römer die Wald- und Blütenschönheit der "strata montana". Sie pflanzten die ersten Reben auf die sonnenbeschienenen Hügel der Region. So entstand an den Hängen des Odenwaldes ein Weinanbaugebiet, das eine Menge zu bieten hat: Landschaftliche Schönheit, mittelalterliche Städtchen und ein im angenehmen Klima hervorragend gedeihender Wein.

Der Weinbau des insgesamt nur 450 Hektar großen Anbaugebietes wird durch eine verhältnismäßig große Zahl von Winzern betrieben. Viele kleine Parzellen prägen das Bild des Weinbaus in der Landschaft. Die Rebflächen werden in zunehmendem Maße durch Weingüter und hauptberufliche, traubenerzeugende Winzer bewirtschaftet. Es gibt aber auch noch eine beachtliche Zahl sogenannter Feierabend- oder Hobbywinzer, die mit großem Idealismus und Freude ihre Weinberge vorbildlich bearbeiten.

Bekannt ist die Bergstraße vor allem für ihre herausragenden Rieslingweine, die knapp die Hälfte des Ertrags ausmachen. Da das Klima im Vergleich zum Rheingau noch eine Spur milder ist, werden an der Hessischen Bergstraße mehr rote Rebsorten angebaut. Heute liegt der Anteil der Rotweine bereits bei gut 20 Prozent – bei steigender Tendenz. Die Hälfte davon machen Spätburgunder aus, die übrigen Sorten sind Dornfelder und St. Laurent. Weitere Weißweinsorten sind etwa Müller-Thurgau, Ruländer/Grauburgunder und Grüner Silvaner.

Bergsträßer Weine sind von einer frischen, herzhaften Art. Sie sind eigenständig und bekömmlich. Da die insgesamt erzeugten Mengen nicht zu groß sind, ist der Bergsträßer Wein nicht nur eine Spezialität, sondern auch eine Rarität. Kenner wissen dies zu schätzen und reisen von sehr weit herbei, um sich etwas von dem Wein zu holen, den die Bergsträßer zum größten Teil selbst trinken.

Weitere Informationen erhalten Sie unter www.bergstraesser-wein.de und www.diebergstrasse.de